Montag, 23. Januar 2012

Über mich und diesen Blog

Kontakt per Email: kindesmisshandlung (at) web.de

Bereits seit Ende 2008 existiert dieser Blog (intensiv befasse ich mich allerdings bereits seit ca. 2002 mit dem Thema Kindesmisshandlung und den entsprechenden Folgen). Ich fand es bisher nicht wirklich wichtig, mich näher vorzustellen und bin zudem sehr vorsichtig mit privaten Daten im Internet. Ursprünglich war der Blog von mir dazu gedacht, meinen „Grundlagentext“, den ich 2003 in einem politischen Seminar über die Kriegsursachen an der UNI Hamburg als Hausarbeit geschrieben und dann Stück für Stück in meiner Freizeit weiterentwickelt habe, öffentlich zugänglich zu erhalten. Das Ganze ist mittlerweile allerdings mehr geworden, als ein Ausläufer meines „Grundlagentextes“. Insofern wird es jetzt wohl auch Zeit, mich und meine Ziele näher vorzustellen.

Vorab und hier nachträglich eingefügt noch der Hinweis, dass Ende 2012 ein wissenschaftliches Arbeitspapier von mir an der UNI Köln veröffentlicht wurde: „Als Kind geliebte Menschen fangen keine Kriege an: Plädoyer für einen offenen Blick auf die Kindheitsursprünge von Kriegen.“ Das Papier gibt sehr gut den aktuellen Stand meiner Gedanken zu dem Thema wieder (mein "Grundlagentext" ist dagegen etwas überarbeitungsbedürftig!). Ich bin dem dortigen Fachbereich sehr dankbar, dass dieser Text dort veröffentlicht wurde. (Das Arbeitspapier wurde übrigens im Juli 2013 auch in die Bibliothek des Deutschen Bundestages aufgenommen - ohne mein Zutun.) Außerdem wurde eine von mir ergänzte und aktualisierte Version des Textes Ende 2016 im "Jahrbuch für Psychohistorische Forschung" ("SEIN und HABEN - Was uns bewegt", Band 17), dem Sprachrohr der "Gesellschaft für Psychohistorie und Politische Psychologie" bei der ich auch Mitglied bin, veröffentlicht.  Neben dieser wissenschaftlichen Arbeit gibt es noch eine veröffentlichte Rezension von mir im Jahrbuch für psychohistorische Forschung Band 16 über das Buch "Schmerzgrenze. Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt" von Joachim Bauer. Meine Arbeit beschränkt sich ansonsten auf die Veröffentlichungen in diesem Blog. Für die Zukunft plane ich ein Buch, in dem ich meinen Text "Als Kind geliebte Menschen fangen keine Kriege an" mit meinen wesentlichen Blogbeiträgen der letzten Jahre zusammenfüge.

Über mich:
Bereits meine mündliche Abiturprüfung 1996 habe ich über Hitler und Stalin gehalten, ohne allerdings damals den Einfluss von Kindheit auf politisches Verhalten erkannt zu haben. Der bedeutsame Einfluss von Kindheit auf die Politik und Gewaltverhalten ist mir erst später aus einem Mix von Begegnungen (sowohl privat als auch u.a. während meiner Zivildienstzeit in einer Drogentherapieeinrichtung) mit Menschen, die schwere Gewalterfahrungen erlitten haben und der Lektüre von Alice Miller und Arno Gruen klar geworden. Zudem war ich damals (ca. 2002) zutiefst schockiert, als mir erstmals das Ausmaß der Gewalt gegen Kinder in Deutschland an Hand von Studien bewusst wurde. Mit der Zeit habe ich verstanden, verstehen müssen, dass das, was wir aktuell an Gewalt gegen Kinder in Deutschland feststellen, ein Teil eines langen "psycho-evolutionären" Prozesses ist und das Kindheit noch nie so gewaltfrei in Deutschland war, wie heute. Dem ersten Schock folgte also ein quasi ein "historischer" Schock, indem ich mich mit der Kindheit in früheren Zeiten befasste. Von beidem habe ich mich mittlerweile ganz gut erholt und blicke heute mit mehr Ruhe auf die Dinge.

Merkwürdigerweise bin ich sehr spät (ca. Ende 2007) auf den Forschungsbereich Psychohistorie gestoßen, obwohl ich Miller und Gruen bereits kannte und auch über die historische Entwicklung der Kindheit in dem Buch „Hört ihr die Kinder weinen: Eine psychogenetische Geschichte der Kindheit“ von dem Psychohistoriker Lloyd deMause gelesen hatte. Ich dachte, gut, mehr zum Thema gibt es wohl kaum zu entdecken. Dann bekam ich das Buch „Das emotionale Leben der Nationen“ in die Hände und konnte meinen Augen kaum trauen, dass deMause eine komplette Theorie über die (emotionalen) Motivationen in der Geschichte verfasst hatte. Es gibt wirklich noch sehr viel mehr bzgl. des Themas zu entdecken, als ich ursprünglich dachte. DeMause hat vieles bei mir angestoßen. U.a. besonders wichtig finde ich seine Auffassung darüber, dass Kriege vor allem auch selbstmörderisch und selbstdestruktiv sind und sie unterbewusst der Reduzierung von Wohlstand und Wachstum dienen. Die komplexen (selbst-)destruktiven Folgen von Kriegen sind demnach das eigentliche Ziel. Mit dieser Sicht ergibt sich ein ganz anderes Bild und ein ganz anderer Zugang zu Krieg und Terror.

Ich habe über drei Jahre Soziologie (und auch etwas Politik und Psychologie) studiert und wollte eigentlich Gewaltforscher werden. Während des Studiums merkte ich für mich allerdings immer mehr, dass mich komplexe Gesellschaftstheorien zwar gedanklich anregten, aber mir keine grundlegenden Antworten bzgl. der Ursachen von Gewalt und destruktivem Verhalten gaben. Im Hauptstudium ergriff ich dann eine einmalige Gelegenheit, mich beruflich selbstständig zu machen, was eine gute Entscheidung war. Insofern habe ich beruflich nichts mit dem Thema des Blogs zu tun und das ist auch gut so für mich. Ich betreibe diesen Blog also rein „hobbymäßig“ als „Hobbygewaltforscher“. Wobei meine Herangehensweise an das Thema weitgehend dem entspricht, was unter "Psychohistorie" bekannt ist, ich sehe mich also auch als "Hobbypsychohistoriker".

Ich habe lange überlegt, ob ich an dieser Stelle etwas über meinen Großvater berichten soll. Mein Großvater väterlicherseits war ein überzeugter Nazi und bei der SS, wenn auch nicht in führender Position. Später kam er in russische Kriegsgefangenschaft. Sein Sohn, mein Vater, lag lebenslang im Streit mit ihm. Ich habe dies hier erst nachträglich eingefügt. Mein Zögern kommt daher, weil ich diese Familiengeschichte nicht - bzgl. meiner Arbeit hier - überbewerten möchte. Die o.g. Erfahrungen haben mich weit mehr geprägt, was meine Entwicklung hin zu diesem Blog angeht. Trotzdem steht natürlich auch fest, dass dieser NS-Großvater schon in meiner Jugend große Fragezeichen nach dem Warum? der NS-Zeit ausgelöst hat. Diese Geschichte gehört zu mir und meiner Familie und auch zu der Geschichte dieses Blogs. Insofern will ich sie - etwas verspätet - auch hier erwähnen. Zu diesem Thema gehört auch mein Beitrag "Die Kinder der NS-Täter und die Kindheit der NS-Täter".

Über meine eigene Kindheit kann ich sagen, dass ich keinerlei körperliche und sexuelle Gewalt erlebt habe. Ich erinnere mich allerdings daran, dass meine Mutter mir bestimmt 10 mal erzählt hat, sie hätte mir als ich ca. zwei Jahre alt war und weggelaufen sei, unter Schock als sie mich wiedergefunden hatte einen leichten Klaps auf den Windelpo gegeben. Sie schaute mich dann immer etwas fragend an, nach dem Motto: „Hoffentlich hat dir das nicht geschadet?“ Bei uns zu Hause gab es auch keine Strafen für irgendetwas, was ich mal falsch gemacht hatte. Ich bekam zudem sehr viele Freiheiten, durfte in der ganzen Wohnung spielen, mein Zimmer so nutzen (inkl. bemalen der Wände), wie ich es wollte, Freunde jederzeit mitbringen, draußen stundenlang unterwegs sein usw. Da meine Eltern selbstständig waren, waren sie für mich zu Hause auch immer erreichbar. Allerdings gab es auch deutliche Schatten, vor allem sehr heftige emotionale Spannungen und Streitigkeiten zwischen meinen Eltern und emotionale Probleme in der Familie. Dies hat mich nachhaltig geprägt und es hat mir auf jeden Fall geschadet. Ich weiß genau, warum ich in diesem Thema so viel gegraben habe. Was anfänglich sicher aus einer gewissen eigenen Betroffenheit heraus begann, ist mittlerweile zu einem Ziel geworden, das über persönlichen Erkenntnisgewinn hinausgeht: Gewalt gegen Kinder zu verhindern, ist für mich mehr, als ein reiner Akt der Menschlichkeit gegenüber konkreten Personen, es ist auch ein Akt der Sicherung einer friedlichen Zukunft für die nächsten Generationen, für meine Kinder und die später Ihrigen. Ich finde es zudem unerträglich, dass weite Teile der Öffentlichkeit immer mit einem hilflosen „Warum?“ vor grausamen aktuellen oder vergangenen Taten stehen, obwohl wir heute über enorm viel Wissen über die tieferen Ursachen der Gewalt verfügen.

Die Ziele dieses Blogs sind insofern ganz eindeutig:

1. Aufklärung über die weite Verbreitung der Gewalt gegen Kinder

2. Aufklärung über die Auswirkungen destruktiver Kindheiten auf späteres Verhalten (vor allem auch auf politisches Verhalten). Dabei auch Schaffung von einem Bewusstsein dafür, wie sich öffentlich in Bildern und Sprache (vor allem auch in den Medien) gewaltvolle Kindheiten wiederaufführen.

3. Motivation zu mehr Forschung und auch Berichterstattung in den Medien zu dem Thema

4. Motivation zu viel mehr gezieltem Kinderschutz, vor allem auch in den Krisenregionen dieser Welt. Würden z.B. westliche Rüstungsausgaben in den weltweiten Kinderschutz investiert, hätten wir innerhalb von 20-30 Jahren kriegerische Konflikte und andere Gewaltakte stark eingedämmt.


Positionierung

Ich bin trotz aller deutlichen Worte immer dafür, Menschen nach ihrem Verhalten zu beurteilen. Ich habe schon diverse absurde Vorschläge gelesen, z.B. von einem psychologischem Zwangstest für Politiker (wo man sich dann außerdem auch fragen muss, wie viel Macht einzelnen Gutachtern zukommt) oder auch die Forderung, Eltern von Gewalttätern quasi in Sippenhaft zu nehmen, da diese deren Verhalten verursacht hätten. Ich glaube dagegen vor allem an die Wirkung von Prävention in Form von Kinderschutz. Und ich glaube an die Eigenverantwortung der Menschen für ihre Taten. Ein als Kind gefolterter Mensch darf in seiner Fantasie alles Mögliche wünschen, Folter und Tod, Massenmord, was weiß ich alles. Es ist nur zu verständlich, wenn Menschen, die schwere Gewalt als Kind erlitten haben, Rache- und Hassfantasien entwickeln. Jeder Mensch kann aber in der heutigen Zeit um Hilfe bitten, wenn er seine Fantasien los werden will oder wenn diese gar drohen, in die Realität umgesetzt zu werden. Wer Verbrechen real begeht, gehört dafür juristisch zur Verantwortung gezogen, egal wie seine Kindheit aussah. (Dieses Thema habe ich auch in dem Beitrag "Fallbeispiel Beate Zschäpe: Opfer vom Opfer = kein Täter?" besprochen)

Googel liebt diesen Blog! 

Besonders stolz bin ich auf die extrem gute Googel-Positionierung des Blogs (Manchmal finde ich es fast schon gruselig, wie gut der Blog bei Eingabe diverser Stichwörter zu finden ist). Wer z.B. das Suchwort "Kriegsursachen" eingibt, wird gleich mit dem ersten Googel-Treffer auf diesen Blog hingewiesen. Bei allen möglichen Suchanfragen rund um Kindheit, Gewalt und Kriegsursachen landet mein Blog oftmals in den ersten 20 Treffer-Bereichen. Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass jemand, der sich für Ursachen von Krieg und Gewalt interessiert und online sucht, zwangsweise mit diesem Blog in Berührung kommen wird. Es ist dann nur die Frage, ob das Thema auch ernst genommen wird und weiteres Interesse geweckt wird oder nicht. Auch PolitikerInnen, Wissenschaftlerinnen und Medienleute sollen ja gelegentlich googeln...Vielleicht wird der ein oder andere einflussreiche Mensch ja mal mit dieser meiner Sicht auf die Dinge in Berührung kommen. Aber auch jeder andere Mensch, den ich mit diesem Blog dazu bewegen kann, sich mehr mit der Thematik zu befassen, ist ein Gewinn.

Kommentare:

razzfatz hat gesagt…

Zuerst mal vielen vielen Dank für diesen Blog, den ich erst in den letzten Tagen entdeckt habe. Seit mehreren Jahren beschäftige ich mich mit Psychologie, Traumaheilung und Gewaltprävention und bin in meinen Überlegungen zu nahezu gleichen Ergebnissen gekommen. Wenn man in therapeutischen Prozessen nicht nur Symptombehandlung betreibt (was aber natürlich unendlich wertvoll und manchmal der einzig mögliche Weg zur Linderung sein kann) sondern den Ursachen auf den Grund geht kommt man immer zu Kindheitstraumatas als Ursache der unterschiedlichsten Probleme.
Unsere "Kulturgesellschaft" ist durch und durch traumatisiert. Ich denke sogar die durch Traumaerfahrungen hervorgerufenen inneren Spannungen sind nicht nur die Ursache für Kriege und Verbrechen sondern der "Motor" unserer Kreativität.
Marilyn Monroe z.B. war ein Produkt einer albtraumhaften Kindheit mit Ablehnung, Vernachlässigung und Mißbrauch (was dann auch zu ihrem viel zu frühen Tod geführt hat).
Der Antrieb für Veränderung ist die Unzufriedenheit. Ein mit sich selbst zufriedener Mensch hat keinen Grund etwas zu ändern. Unser Streben nach Erfolg, Werten, Anerkennung, Weiterentwicklung wird (zumindest zu weiten Teilen) angetrieben durch traumatische Erfahrungen.
Vielleicht ist die Verbesserung der Lebensumstände der Kinder auch ein Schritt zum Schutz der Umwelt.

Sven Fuchs hat gesagt…

Hallo razzfatz,

ich gebe Dir absolut recht, dass Unglück und Unzufriedenheit ein Antrieb sein kann, vor allem wenn es um nach Außen wirksame Berufe und Aktivitäten geht, wie bei Schauspielern u.a. Grundlegend ist dabei, dass dieses Wirken dann irgendwann entgleist, die Leute abstürzen usw., weil der gewählte Weg eben doch nicht die innere Unruhe auflöst.

Ansonsten danke für Deine Kritik!

Anonym hat gesagt…

Hallo Sven,

auch ich (weibl., 47 J.)beschäftige mich mit dieser komplexen Thematik, wenn auch hingeleitet durch die Aufarbeitung des selbst erlittenen emotionalen Schadens und im Heute bezogen auf die kriegerischen Handlungen von machthaberischen Eltern an ihren von ihnen abhängigen Kindern. Ich bin damit noch nicht öffentlich unterwegs, doch versuche ich in meinen Kreisen dafür zu sensibilisieren. Ein schwieriges Unterfangen. So viele sind infiziert von diesem Eltern grundsätzlich heilig sprechendem Virus. Doch steter Tropfen höhlt den Stein. Es werden immer mehr erwachsen gewordene Kinder, die die Wahrheit hinter dem schönen Schein entdecken, mutig genug sind, sich überhaupt auf die Suche gemacht zu haben, die Erkenntnis oder Bewusstwerdung aushalten und auf diesen unfassbaren Missstand aufmerksam machen.
Ich bin in der Situation, meine Eltern als Vertreterinnen solch kriegerischer Handlungen mit der Wahrheit zwischen uns zu konfrontieren und ihre Widerstände in höchster Güte erleben zu müssen. Als deren "Kind" scheint es unmöglich, sie dazu bewegen zu können, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Ich kann nicht die Therapeutin meiner Eltern sein, denn das bräuchten sie als selber früher so verletzte Kinder. Allerdings sind sie als Erwachsene zu Tätern geworden und tragen dafür selbst die Verantwortung, die sie ablehnen zu Tragen, sondern ihr Kind haben schultern lassen. Das Muster, das viele Menschen kennen. Es bleibt dann die Entscheidung des erwachsen gewordenen Kindes, weiterhin zu bleiben oder zu gehen. Erste Entscheidung bedeutet, krank oder noch kränker zu werden durch die Aufrechterhaltung der Lüge und damit selbst zum Lügner zu werden. Zweite Entscheidung bedeutet Heilungsweg inklusive aller zu ertragener Schmerzen bei dem endgültigen vor allem auch inneren Abschied von den Eltern und das große Risiko nicht nur aus dem familiären, sondern auch gesellschaftlichen Rahmen zu fallen. So leicht die Wahl scheint, es geht um die elementarste Beziehung, die unser lebenslanges Bindungsmuster prägt. Sich von diesen Menschen abzuwenden, sie mit konsequentem Handeln zu konfrontieren (wie man es in jeder anderen Beziehung auch machen würde) setzt ein immenses Maß an Mut voraus.

Ich würde gerne ein Buch schreiben, um Menschen generell zu sensibilisieren, wach zu rütteln, wenn es sein muss, und erwachsenen Kindern Mut zu machen, dass es in Ordnung ist, sich für sich selbst und das verinnerlichte damalige Kind in einem selbstverteidigend einzusetzen. Tja, aber da das Thema so emotional besetzt ist und zudem sehr umfangreich, weiß ich nicht, wo ich da anfangen soll. Klassiche Schreibblockade. ;-)

Ich find's Klasse, dass Du Dich so konzentriert mit der so breiten Thematik auseinandersetzt und es schaffst, die Zusammenhänge auch bzgl. der weitreichenden Nachhaltigkeit so gut auf den Punkt bringen kannst.
Mir geht es beim Lesen Deiner Texte sehr ähnlich wie mit denen z.B. von Alice Miller: Sie machen mich stark und immer mutiger, weil sie mir Energie geben. Ich hoffe sehr, dass Du nicht aufhörst, Dich öffentlich so stark zu engagieren! Mein Dank an Dich für das, was Du tust!

Anonym hat gesagt…

gibt es berichte über berlusconis kindheit?

Sven Fuchs hat gesagt…

Über Berlusconi habe ich aus naheliegenden Gründen bereits etwas recherchiert, aber bisher fast nichts über seine Kindheit gefunden. Man muss dafür wohl italienisch sprechen können.

Anonym hat gesagt…

Putin ist garantiert auch interessant in dem Zusammenhang.

Anonym hat gesagt…

Welch Zufall, gestern noch fiel mir genau zu diesem Thema ein Buch auf, dessen Titel ich mir sofort notierte! Habe die Notiz jetzt nicht zu Hand. Aber es ist wahrhaftig ein dunkles Kapitel!

Annemarie Schweighofer-Brauer hat gesagt…

Hallo Sven Fuchs,
hab Ihren Blog entdeckt und bin ganz aufgeregt. Dieses Thema beschäftigt mich auch schon lange. Und zwar auch in Verbindung damit, wie Geschlechterverhältnisse produziert werden (entsprechende Frauen- und Männerpsychen, um Herrschaftsverhältnisse herzustellen, gerade auch kriegerisch (und nicht nur offensichtliche Kriege sind kriegerisch organisiert).
Literatur, die für mich wichtig war: Franz Renggli (psychohistorisch), Klaus Theweleit, V.E. Pilgrim, George Mosse, Anna Bergmann, Gerda Lerner, Wolfgang Dressen ("Die pädagogische Maschine"), Hans Joachim Lenz (zu Männern als Opfer) (und noch einig andere). Jeden Tag, wenn ich Nachrichten höre, bin ich traurig und wütend -all diese jungen Männer, die scharf gemacht werden als Krieger von klein an. Und die Art, wie sie erzogen werden, hat System, das kann man sicher für jeden Zusammenhang nachweisen, in dem das passiert, historisch und gegenwärtig. Und wie gesagt, das ist ein Geschlechtersystem, in dem alle entsprechend erzogen werden: denn wo bleibt der weltweite Aufstand der Mütter und Väter dagegen, dass ihre Söhne so missbraucht werden?
Ich sehe auch, wie Sie schreiben, dass gegenwärtig in Deutschland in der Mittelschicht Kinder so weitgehend gewaltfrei erzogen werden, wie das in den letzten Jahrhunderten zumindest in der westlichen Welt kaum der Fall war (es lässt sich aber einiges finden bei indigenen Bevölkerungen an gewaltfreier Erziehung). Widersprüchlicherweise werden unsere Kinder aber gleichzeitig damit konfrontiert, dass das neoliberale Wirtschaftssystem, aus dem meine Generation gerade meint, nicht herauskommen zu können, ihnen quasi kriegerisches Verhalten abverlangt. Ich bin gespannt, wie sie mit diesem Widerspruch auf die Dauer umgehen.